Rezension von der 38. Schultheaterwoche Braunschweig:
Der Titel „High life“ und die Thematik des Drogenkonsums Jugendlicher lockten
am Dienstag über 200 Zuschauer in die Brunsviga. Der Wahlpflichtkurs
„Darstellendes Spiel“, 9. Jahrgang, der KGS Bad Lauterberg hatte sich mit
dieser Problematik viel vorgenommen und war sicherlich mit guten Absichten an
die Sache herangegangen.
Es wird die Geschichte von Miriam erzählt, die aus lauter Naivität, von
falschen Freunden beeinflusst, in die Drogenszene gerät, von einem
Drogendealer und Zuhälter ausgenutzt wird und später durch Drogen stirbt.
Daneben steht die Geschichte von Isabelle, die trotz schulischer Misserfolge
den Verlockungen der Drogenszene widersteht und die als einzige versucht,
Miriam aus der lebensbedrohlichen Lage herauszuhelfen.
Trotz des guten Konzepts gelang es der mitgliederstarken Theatergruppe nicht,
dass wohlwollende Publikum zu überzeugen. Das lag vor allem daran, dass die
Schauspieler nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Reife ihre Rollen
ausfüllten und sich schauspielerisch zu wenig einbrachten.. Nur in der Szene,
in der Isabelle per Handy Kontakt zu Miriam aufnimmt, gelang es, die angelegte
Dramatik rüberzubringen. Die fetzige Musik half auch nicht über die langen
Umbauphasen hinweg und störte sogar, wenn sie bei den sowieso viel zu leise
gesprochenen Texten im Hintergrund weiterlief.
Für die Zukunft ist der Gruppe zu wünschen, dass sie sich schauspielerisch
mehr einbringt und selbst Betroffenheit zeigt, wenn sie Betroffenheit
einfordert.
Von Jutta Paul