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Handlung:
Frau Prof. Dr. Dr. Grimmig, Expertin für Märchenforschung, beginnt einen historischen Vortrag über Märchen, bei dem sie aber von der Moderatorin Rosy van Dorn des Senders Pro Zwerg unterbrochen wird, die die Ausführungen für überaus langweilig und unpassend für die eigentlich geplante Show „Rotkäppchen & Co. – die wahren Geschichten“ hält. Sie holt die Professorin zu sich auf die Bühne und lässt Figuren aus den verschiedensten Märchen die „Wahrheit“ hinter den alten Geschichten vorspielen. Dabei befinden sich die Akteure eher in der Gegenwart; z. B. ist Rotkäppchen nicht brav, sondern eine recht freche Göre, die abends zu spät nach Hause kommt und von der Mutter erst mühsam dazu gebracht werden muss, die Oma zu besuchen. Der Wolf ist eher der Macho als das wilde Tier und baggert Rotkäppchen auf ihrem Weg an, allerdings erfolglos. Im weiteren Verlauf überfällt er die Oma im Altersheim und erbeutet Dinge aus dem Besitz der alten Dame, die er schnell mit „Lucky Hans“ tauscht, der in Anlehnung an das Märchen vom Hans im Glück während der gesamten Handlung immer wieder die merkwürdigsten Gegenstände von anderen Figuren erhält. Auch Hänsel und Gretel machen sich auf den Weg, allerdings, weil ihnen als Schulschwänzer nichts besseres einfällt; die verschiedenen Märchenfiguren begegnen sich auch, und die Geschichten beginnen sich zu vermischen. Der Professorin stellen sich dadurch immer neue Fragen, die Rosy van Dorn mit immer neuen Szenen beantwortet. So ergeben sich immer neue Verwicklungen mit so verrückten Geschichten wie dem Wolf als Staubsaugervertreter bei den vier Zicken (nein, eben nicht den sieben Geißlein) und dem Hexenhaus als Disco „The Witch House“. Nebenher kann man lernen, dass Aschenputtel neuerdings Asipussy heißt, dass ihre Schwestern ein Prinzessinnencasting gewinnen wollen, dass Rumpelstilzchen die Discobesitzerin erpresst, bis sie ihm auf die Schliche kommt, dass die sieben Zwerge eigentlich eine Putzkolonne sind und noch einiges mehr. Zum Schluss steht nach großem Durcheinander nur noch die Professorin auf der Bühne und bittet zum großen Finale.
Hinweise zur Bühnengestaltung: Die Bühne bleibt während des gesamten Stücks (abgesehen vom Anfang, wo von einem Rednerpult im Zuschauerraum aus bei geschlossenem Vorhang begonnen wird) offen. Auch für die Pause wird der Vorhang geschlossen. (Auf diese könnte man auch verzichten, wenn man die Moderation ein bisschen umschreibt, um deutlich zu machen, dass ein Zeitsprung zum nächsten Morgen stattfindet.) - Rotkäppchens Zimmer befindet sich links, der Platz der Moderatorinnen rechts; in der Mitte gibt es eine Mauer oder Bank, auf der verschiedene Darsteller immer wieder im Wald, in der Stadt oder im Garten spielen, wobei durch verschiedene Beleuchtung die Stimmung bzw. die Tageszeit verändert werden und auch die Wahrnehmung der Orte verschieden ist (z. B. gibt es in der Rumpelstilzchenszene eine ziemlich grüne „Waldbeleuchtung“ usw.) Wichtig ist es, dass es irgendwo im Hintergrund eine zunächst versteckte Discotür gibt (durch einen Vorhang oder ggf. durch Umbau), durch die verschiedene Akteure in die Disco hinein bzw. aus ihr heraus gegen können. Bei uns war das ein großer stabiler Holzrahmen, der sicherheitshalber mit schweren Gewichten an den Seiten ausgerüstet kaum noch zu bewegen war, in dem sich eine Schwingtür befand, durch die man den Raum wechseln konnte (dank einem genialen Kollegen, der mit seinem Technikkurs dieses Konstrukt für uns baute … es gibt aber bestimmt auch einfachere Möglichkeiten). Das Zimmer von Asipussy und ihren Schwestern wurde bei uns fast nur durch Licht angedeutet; an „Möbeln“ wurde ein Teil von Rotkäppchens Einrichtung mitbenutzt; dies ist aber variabel, da man für die Szene eigentlich auch nichts außer den in den Regieanweisungen genannten Requisiten braucht.
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