Gekonntes Potpourrie: Schillers Schnipsel

"Schillers Schnipsel" von Eckard Wurm

Schillers Schnipsel“ von unserem Autor Eckart Wurm fasst vier bekannte Stücke von Friedrich Schiller zu einem rasanten neuen Stück zusammen. Angesichts der zum Teil grotesken Kürze der einzelnen Szenen lassen sich die „Schnipsel“ nur als Komödie aufführen – oder doch nicht …?

Zur Rollenverteilung: Die 46 Rollen können selbstverständlich auch von 46 Personen dargestellt werden. Doch auch 10 – 12 Schauspielerinnen und Schauspielern können durch ständigen Rollenwechsel das Stück auf die Bühne bringen. Wenige Accessoires und Requisiten genügen zur Kennzeichnung der einzelnen Handlungsorte und Szenen. Selbstverständlich sind weitere Kürzungen (oder auch Ergänzungen möglich). Möglich ist auch, dass alle Schauspieler die ganze Zeit auf der Bühne verbringen (und im Hintergrund feste Positionen haben) und nur für ihre jeweiligen Szenen nach vorne kommen, ihre Szene spielen und wieder auf ihre Plätze zurückkehren.

 

Vielen Dank an die Theater-AG des Isolde-Kurz-Gymnasiums, die uns diesen Bericht zugeleitet hat,  – eine großartige Vielfalt der Darbietung findet Ihr auch in den Fotos wieder. Wer noch auf der Suche nach einem „bunten“ Stück ist, hat hiermit vielleicht einen Treffer gefunden:)

 

 

Die Theater-AG des Isolde-Kurz-Gymnasiums

„Er hat die Tochter eines reichen Bankiers entjungfert!“, liest Franz Moor seinem bestürzten Vater Maximilian, Graf von Moor, aus einem gefälschten Brief vor, um die Intrige gegen seinen verhassten Bruder Karl zu beginnen. Eine Szene aus Friedrich Schillers „Die Räuber“. Dieses Werk ist eines der vier „Schnipsel“ des Theaterstücks. Die anderen sind „Wilhelm Tell“, „Maria Stuart“ und „Kabale und Liebe“.

 

Die Klassiker, die wohl jedem mehr oder weniger ein Begriff sind, wurden in 19 Szenen zusammengefasst und auf die Bühne gebracht. Über 50 Personen waren an der Aufführung beteiligt. Kostüme, Bühnenbild, Licht- und Tontechnik, alles hat die Theater-AG, unter der Leitung von Sabine Laage, Sandra Lukaszevic und Eckhard Wurm, dabei selbst auf die Beine gestellt. Es ist bereits das 40. Stück unter dieser Leitung. Obwohl Wurm längst kein Lehrer mehr am IKG ist, wird er jedes Jahr für die Theater-AG „reaktiviert“. Mittlerweile ist er seit über 30 Jahren dabei.

 

Während der fünftägigen Theaterfreizeit auf der Schwäbischen Alb im Meßstettener Teilort Tieringen wurde täglich neun Stunden geprobt. Insgesamt wurden 151 Stunden benötigt, um das Stück zu perfektionieren. „Und wieder einmal waren wir, die drei Verantwortlichen, begeistert von dieser Truppe, die mit einer ungeheuren Spielfreude und riesigem Engagement bei der Sache war“, ist sich die Leitung einig.

 

Ziel dieser Produktion war es zu zeigen, wie zeitlos die Klassiker doch eigentlich sind. Bei „Tell“ geht es um die Freiheit, „die Räuber“ ist ein Sozialdrama über Besitz und Tradition versus Außenseiter und Outlaws. Bei Maria Stuart geht es um Macht und Machtanspruch, oder wie eine der Erzählerinnen Laura Schönenberg auf der Bühne sagte: „Zickenkrieg und Staatsdrama in einem“. Kabale und Liebe handelt vor allem von Intrigen, Neid und dem Kampf der Geschlechter.

 

Auch die, die sich bis jetzt eher weniger für Schillers Werke interessierten, hatten am Ende einen inhaltlichen Überblick über jedes der vier klassischen Stücke. Die Theaterinszenierung sorgte beim Publikum für viele Lacher und tosenden Applaus. Der Theater-AG ist damit wieder einmal eine tolle Vorführung mit viel Liebe zum Detail gelungen.

 

Reutlinger Nachrichten, 20.2.2017

 

URL: http://www.swp.de/reutlingen/lokales/reutlingen/vier-klassiker-von-schiller-erfolgreich-in-einem-modernen-stueck-verpackt-14475052.html

 

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