Autorenporträt: Thomas Haselmann

Thomas Haselmann (geb. 1977) lebt seit vielen Jahren in Würzburg, wo er als Mediengestalter arbeitet. Neben seiner gestalterischen Tätigkeit schreibt er Theaterstücke und Kurzprosa – stets mit einem besonderen Gespür für Sprache, Dialoge und das Tragikomische des Alltags.
Schon früh war Thomas Haselmann fasziniert von der Bühne und der Kraft des Wortes. Während andere Kinder Cowboy oder Astronaut werden wollten, interessierte er sich für das, was Menschen antreibt, verwirrt oder ins Straucheln bringt – und wie man all das in Sprache und Szenen verwandeln kann. Was zunächst mit kurzen Texten, Beobachtungen und humorvollen Skizzen begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem eigenständigen, klaren Schreibstil: pointiert, witzig, manchmal melancholisch, immer genau beobachtet.
Sein erstes Theaterstück „A. Nima“ ist ein psychologisches Kammerspiel mit schwarzem Humor, das sich mit inneren Konflikten, verdrängten Wahrheiten und der Verortung der eigenen Vergangenheit auseinandersetzt. Die Figuren darin sind vielschichtig, oft zerrissen, aber immer mit einer Spur Menschlichkeit ausgestattet, die auch in den absurdesten Momenten durchscheint.
Mit dem Stück Who the fuck is… Alina?, das 2025 ins Programm der Theaterbörse aufgenommen wurde, verleiht Thomas Haselmann seiner Handschrift noch mehr Kontur: Eine konservative Politikerin im rechten Spektrum lebt in einer lesbischen Beziehung – das Stück thematisiert ihre innere Zerrissenheit und beleuchtet auf kluge wie humorvolle Weise die Widersprüche zwischen öffentlicher Haltung und privater Wahrheit. Auch hier verbinden sich gesellschaftliche Themen mit scharfem Sprachwitz, emotionaler Tiefe und einem Gespür für dramatische Zuspitzung.
Haselmann schreibt keine Stücke „mit erhobenem Zeigefinger“ – vielmehr möchte er irritieren, Menschen zum Nachdenken und auch zum Lachen bringen. Am Theater liebt er die Direktheit, die Unmittelbarkeit und das Spannungsfeld zwischen Text und Spiel. Seine Dialoge sind lebendig, oft geprägt von Ironie, doppeltem Boden und dem genauen Blick für das Unausgesprochene.
Sein Ziel: Theater machen, das unterhält, berührt – und nachhallt.
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theaterboerse Magazin