„E mörderischi Beärdigung“ von der Liebhabertheater-Gesellschaft, Schweiz aufgeführt

Beerdigungen sind eigentlich ein trauriger Anlass. In der Komödie «E mörderischi Beärdigung», aufgeführt von der Liebhabertheater-Gesellschaft im Stadttheater Solothurn, fliessen jedoch Tränen des Lachens. Die Dialektfassung des Stücks Eine Mordsbeerdigung von Stefan Altherr überzeugt mit treffsicheren Pointen und einer lebendigen Inszenierung, die das Publikum von Anfang an mitreisst.

Schon das Bühnenbild setzt den schrägen Ton: Ein Raum mit grellen Farben, dunklem Mobiliar und einer Truhe im Hintergrund, auf der eigentlich der Sarg stehen sollte – der allerdings zunächst auf sich warten lässt. Statt Ruhe und Andacht brechen familiäre Spannungen auf: alte Geheimnisse kommen ans Licht, Rechnungen bleiben unbezahlt und bald wird sogar ein Mordkomplott geschmiedet. Bei der Familie Müller herrscht Chaos statt Trauer.

Im Zentrum steht eine tyrannische Witwe, die ihre drei Töchter gegeneinander ausspielt und keine Gelegenheit auslässt, sie zu demütigen. Auch Nebenfiguren wie der dubiose Bestatter, falsch gelieferte Leichen und ein ausfallender Pfarrer treiben die Handlung immer weiter ins Absurde. Für zusätzlichen Wirbel sorgt eine kurzfristig organisierte Rednerin, die eigentlich auf eine Hochzeitsrede vorbereitet ist – und diese kurzerhand in eine Trauerrede umfunktioniert.

«E mörderischi Beärdigung» ist eine temporeiche Komödie voller überraschender Wendungen, schwarzem Humor und liebevoll überzeichneter Figuren. Der lang anhaltende Applaus zeigt: Das Publikum hatte sichtlich Vergnügen.

Die nächsten Aufführungen finden am 31. Januar und 1. Februar 2026 (Derniere) statt. Unter folgendem Link gibt es noch einige wenige Karten:

https://www.tobs.ch/spielplan/detail/e-moerderischi-beaerdigung

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