„König Minos, der Minotauros und ich“ – John Schöllgen stellt sein neues Theaterstück vor

Über sein neuestes Theaterstück „König Minos, der Minotauros und ich“, welches seine Uraufführung 2024 durch das Dead Parrot Theatre hatte, berichtet uns heute Autor John Schöllgen:

Mit König Minos, der Minotauros und ich erblickte 2024 nunmehr das 25. Theaterstück aus meiner Feder das Rampenlicht der Welt. Vierzehn Akteure meines geliebten Dead Parrot Theatre zwischen sieben und 67 fanden auf der Bühne zusammen und hauchten den realen, göttlichen und monströsen Charakteren Leben ein. Mit seinem Prolog und seinen fünf Akten hält sich das Stück eng an aristotelische Vorlagen, bricht aber allzu gern aus diesem Korsett aus. Nicht zuletzt die üppig eingestreuten Anachronismen und Referenzen auf zeitgenössische Sternchen und Diktatoren knibbeln an den Helden- und Mythenbildern der Antike: Oligarch Minos bittet seine Bittsteller an einen zwanzig Meter langen Tisch, Theseus verteilt schon nach den ersten Siegen gegen Schurken und Scheusale Autogrammkarten und Herakles war lange nicht mehr im Gym. Eine dezidierte Abrechnung mit dem Schönheitswahn der frühen 1730er.

Das aufwändig gestaltete und mobile Bühnenbild sorgte für fließende Szenenwechsel zwischen dem Königspalast, Poseidons Ozean und dem Labyrinth des Minotauros und ließ keine Langeweile ins Haus. Die opulenten Kostüme waren eine Leihgabe des Schauspielhauses Düsseldorf.

Die Geschichte ist schnell erzählt: König Minos sticht mit Poseidons Hilfe seine Brüder um die Krone von Kreta aus. Als der Meeresgott erfährt, dass der machthungrige Usurpator ihn hintergangen hat, verflucht er dessen Frau Pasiphae, die sich daraufhin unsterblich in einen weißen Stier verliebt. Aus dieser animalischen Liaison entsteht das Mischwesen Minotauros. Da der weiße Stier unbezähmbar ist, bringt Herakles ihn nach Athen, damit sich andere um das Problem kümmern sollen. Leider kommt es so, wie so oft, zum Krieg zwischen Kreta und Athen, den Minos für sich entscheiden kann. Das zweite Stierproblem löst er damit, dass er den heranwachsenden Minotauros in das von Daidalos erschaffene Labyrinth sperrt. Als Nahrung dienen dem missverstandenen Ungeheuer fortan junge Athener, die die Stadt als Tribut für den verlorenen Krieg jährlich an Kreta entrichten muss. Das sind ungefähr die ersten fünf Minuten der Handlung. Ist doch nicht schnell erzählt. Aber es geht genauso lustig weiter. Unvergesslich machten diese königlich-köstliche Kreta-Komödie die Bühnenmusik von Tina Heinz und die von Franca Nauen vertonten und auf der Mandoline live untermalten Lieder. Die Reise nach Kreta war für uns eine unvergessliche Erfahrung.

 

 

Umso mehr freue ich mich, dass „König Minos“ in der Theaterbörse ein Zuhause gefunden hat. Ich wünsche allen Theaterschaffenden da draußen ein kretisches Vergnügen mit meiner dramatischen Komödie und eine ebenso frenetische Publikumsresonanz. Eine begeisterte Zuschauerin schrieb: „Hat sogar meinen Kindern gefallen.“ Beate scheute sich nicht davor, zuzugeben: „Klaus und ich haben diesen ‚Kokolores‘ sehr genossen.“ Und Martin gab unverblümt zu: „Helen war geil!“ In diesem Sinne…

 

(Fotos: Michael Clemens und John Schöllgen)

 

 

 

 

 

 

 

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