Feb
26

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Multikultur wird zur Chance: Auto und Sternschnuppe

theaterboerse / verlag für schultheaterstücke, laientheaterstücke, darstellendes spiel und autoren

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Die Idee zu diesem Stück fanden die Schüler einer internationalen Vorbereitungsklasse, mit denen die Autorin ein Theaterprojekt durchführte. Der Einstieg erfolgte über Pantomime und Minidramen. Es entwickelte sich ein äußerst interessanter Prozess nicht nur der Ideenfindung. Man kann davon ausgehen, dass die Schüler stark ihre eigenen Beobachtungen und Empfindungen einbrachten.
Nur drei Stichworte ließ die Autorin aus einer Begriffsauswahl ziehen: Eine Person, einen Gegenstand und ein Adjektiv. Und dies kam dabei heraus:

Die beiden Söhne der Familie Berger, Jonas und Michael, demolieren das Auto ihres arbeitslosen Vaters. Es ist die Reaktion auf das ignorante, egoistische Verhalten des Vaters. Die Jungen verbergen sich im Park, bis die Polizei sie schließlich findet. Zu Hause herrscht große Aufregung, ein Streit zwischen den Eltern entbrennt. Nachbarinnen sind nicht nur Zeuginnen des Vorfalls, sie tragen teilweise auch zur Lösung bei. Multikultur wird zur Chance.

Die Schüler wollten unbedingt, dass das Stück gut ausgehen sollte, was der Autorin zunächst nicht so sehr behagte – dieses ewige Verdrängen der Probleme. Aber sie ließ die Schüler gewähren und interpretierte diese Entwicklung so:

Diese jungen Migranten mit den dürftigen Alltagsverhältnissen und der ungewissen Perspektive – ja, sie sollen hoffen dürfen, aber auch ihre Chance auf eigene Aktivität begreifen.

In den Wochen dieser gemeinsamen Arbeit entwickelten sich die Schüler enorm. Sie erweiterten schnell ihren Wortschatz und wurden zunehmend frei, stimmlich und gestisch ihre Rollen glaubhaft umzusetzen. Die Gruppe setzte sich damals aus zwölf SchülerInnen aus zehn Nationen zusammen.

Am Ende wurde das neun Szenen umfassende Stück „Auto und Sternschnuppe“ mit einer Spielzeit von ca. einer halben Stunde aufgeführt und erhielt begeisterten Beifall.

Dieses Projekt ist geeignet, als Modell vorgestellt zu werden. Da wir in unserer multikulturellen Gesellschaft mit laufender Zuwanderung weiterhin Kinder und Jugendliche in unsere Schulen aufnehmen werden, die erst Deutsch lernen müssen, lohnt sich ein Engagement, das auf diese Besonderheit eingeht. Auch haben selbst Kinder der dritten Generation mit Migrationshintergrund noch große sprachliche Probleme. In dieser Bildungsstufe kann darstellendes Spiel noch ausgebaut und vielfältiger praktiziert werden.

 

Das Stück “ Auto und Sternschnuppe “ von unserer Autorin Christa Hagmeyer ist erschienen im Theaterverlag theaterboerse:

 

Auto und Sternschnuppe

LeiTa Tübingen Theater März 2008 - Darsteller 1 LeiTa Tübingen Theater März 2008 - Szene

 

Sep
19

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Historisch: Lara, Clara und Clarissa

Besonders für die vorweihnachtliche Zeit geeignet, möchten wir Euch heute folgendes Neues aus unserem Programm vorstellen:

Ein surrealistisches Drama für Jugendtheater in Anlehnung an Gerhard Hauptmann, „Die Weber“. Das 80 minütige Stück handelt auf mehreren Wirklichkeitsebenen: Der historische Erzählstrang stellt das Leben der Ordensschwester Clara Fey in der Armut der frühen Industrialisierung in Aachen um 1830 vor. In mehrfachen “Überblenden” und surrealen Begegnungen handelt das Stück aber auch von heutigen Jugendlichen, die ein Theaterstück über den Hunger in der Welt proben wollen. Zum Schluss befinden sich die Jugendlichen in der Welt Clara Feys.

Übrigens:

Im nächsten Jahr wird die Ordensgründerin in Aachen seliggesprochen werden. Das entsprechende Dekret hat Papst Franziskus vor einigen Wochen unterzeichnet, siehe Link: https://www.domradio.de/themen/papst-franziskus/2017-05-10/ordensgruenderin-clara-fey-wird-2018-aachen-seliggesprochen

Das Stück “ Lara, Clara und Clarissa “ von unserem Autor Olaf Nüsser ist erschienen im Theaterverlag theaterboerse:

https://www.theaterboerse.de/verlag/theaterstuecke/genre-historische-themen/6255-lara-clara-und-clarissa.html

Sep
11

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Kommentar

Immer wieder faszinierend: Alice im Anderland

Mit „Alice im Anderland“ weiterer Aufführungserfolg für die Theatergruppe der PH in Ludwigsburg!

Vielen lieben Dank an Pascal Grupe aus der Leitung der studentischen Theatergruppe, der uns den „hauseigenen“ Aufführungsbericht , sowie großartige Impressionen zugeleitet hat:

„Nicht nur die Augen der Zuschauer leuchteten, als am 12. und 13. Juli sich die Aula der PH Ludwigsburg in einen Theatersaal verwandelte, in welchem das Hochschultheater an beiden Abenden vor insgesamt 460 Zuschauern das Stück „Alice im Anderland“ aufführte. Auch die Figuren auf der Bühne selbst – bekannte Charaktere aus der Geschichte von Lewis Carroll, darunter das Kaninchen, der Hutmacher oder die Raupe, strahlten in den verschiedensten Farben, ebenso wie ein übergroßes schwarzes Bild, welches im Verlauf des Stückes zunehmend bemalt wurde. Den Effekt der Leuchtfarbe nutzte die studentische Theatergruppe nicht nur, um ihrer Inszenierung einen faszinierenden ästhetischen Touch zu geben, auch kam ihr und dem schwarzen Bild, welches zu Beginn auf die Bühne gebracht wurde und bis zum Ende im Hintergrund verweilte, eine elementare Bedeutung zu.

Aber bis die Aufführungen des Hochschultheaters der PH Ludwigsburg im Sommersemester 2017 stattfinden konnten, war ein weiter Weg zurückzulegen. Nachdem die Theatergruppe im vergangenen Wintersemester ein eigenes Stück geschrieben und inszeniert hatte, widmete sie sich im neuen Semester dem Stück „Alice im Anderland“ von Stefan Altherr. Die Proben begannen mit einer intensiven Rollenerarbeitung und -besprechung, um sich mit den einzelnen Figuren und ihrer Lebensgeschichte auseinanderzusetzen und gemeinsame Ansätze zu finden. Zusätzlich mussten aufgrund der Gruppengröße zwei neue Rollen hinzugefügt werden.
Einerseits entwickelte die Gruppe hierzu die Figur des FSJlers, welcher sich seit unbestimmter Zeit in der Nervenheilanstalt befand und mit den Patienten auf Augenhöhe agierte. Dieser Figur nahm sich Ferdinand Söll an und brillierte, indem er den FSJler mit einer liebenswerten aber verpeilten Art ausstattete. Andererseits wurde der im Stück angesprochene Faselhase zum Leben erweckt, als eine Vision des Hutmachers (Erzeugte als Hutmacher durch sein Spiel einen mitreissenden Wechsel aus Tragik und Komik: Gabriel Michailidis). Aufgrund der Veranlagung der Rolle konnte auch nur der Hutmacher mit diesem interagieren, was seitens des Faselhasen auf das Wort „Tee“ beschränkt war und von der Austauschstudentin Victoria Ingram mit unglaublich präzisem und gekonntem pantomimischen Spiel geschah.

Alice im Anderland - Hutmacher und Faselhase

Alice im Anderland – Hutmacher und Faselhase

Zudem wurde die Rolle der Grinsekatze gedoppelt, sodass sich Alice, welcher Angelina Visconti eine starke Ambivalenz aus unschuldigem und dickköpfigem, skrupellosen Mädchen verlieh, mit zwei Begleitern herumschlagen musste. Laila Wink und Pascal Grupe überzeugten durch eine harmonische Spielweise in einem Gemisch aus Mensch und Katze, sodass man manchmal vergaß, dass sich eigentlich zwei Grinsekatzen auf der Bühne befanden.
Nach einigen szenischen Improvisationen zum Probenbeginn wurden die Rollen verteilt und die eigentliche Inszenierungsarbeit am Stück konnte beginnen. Ein Grundgedanke der Inszenierung stellte eine Ambivalenz der Figurenkonstellation dar, was sich bereits zu Beginn des Stücks durch die beiden Ärzte aufzeigte. Während Ärztin 1, welche schon zum Urgestein der Anstalt gehörte und von Laura Hornstein mit einer köstlichen Abgebrühtheit umgesetzt wurde, die Patienten kaum mehr als Menschen wahrnahm, versuchte die frisch ausgebildete Ärztin 2, die Patienten und vor allem Alice durch vielfältige Methoden zu erreichen und therapieren. Julia Wild schaffte es, die Ärztin 2 zugleich so ambitioniert, aber auch am System der Anstalt verzweifelnd darzustellen, dass sie zum Publikumsliebling wurde und erzeugte eine einzigartige Komik der Rolle.

Im Anschluss an den Prolog wurde ein großes schwarzes Bild auf zwei Staffeleien hereingebracht, auf das Alice, nach Einweisung von Ärztin 2, zunächst ein Haus, Alice und ihre Katze Dinah sowie ihre Eltern zeichnete. Auch hier wurde wieder mit Leuchtfarbe gearbeitet und Alice fügte, in den Umbaupausen als wiederkehrendes Element, die kennengelernten Figuren aus der Anstalt dem Bild hinzu. Das Schwarzlicht kam immer dann zum Einsatz, nachdem Alice eine ihrer blauen Pillen geschluckt hatte. So leuchteten auch bald einzelne Figuren aus der Nervenheilanstalt, da diese von den Grinsekatzen während des Aufeinandertreffens mit Alice bemalt wurden.

Einige Zwischenspiele wurden um den Auftritt der Figuren, um deren „Krankheit“ es gerade ging, ausgebaut. Das Kaninchen musste sich dabei einer unglaublich bedrückenden Situation aussetzen, als es alle anderen Figuren des Stücks in einer Kreisformation zu einer bedrohlichen Glockenmusik immer näher umschlossen. Lisa Schulz gelang es dabei, eine durch Angstzustände geplagte Kaninchendame überzeugend darzustellen und rundete die Rolle durch einige kleine Eigenheiten, beispielsweise einem Knabbertick, ab. Auch Silja Seeger meisterte ihre Rolle als Herzogin, indem sie eine unendliche Vernarrtheit in ihren Kissbert darbot und die Zuschauer zwischen Lachen und Bedrücktheit schwanken ließ.

Alice im Anderland - Ärztin 2 und Herzogin mit Kissbert im Arm

Alice im Anderland – Ärztin 2 und Herzogin mit Kissbert im Arm

Im Laufe des Stücks lernte Alice immer mehr Figuren aus der Nervenheilanstalt kennen und kam mit ihnen ins Gespräch, mehr oder weniger. Denn mit den uneindeutigen Aussagen der Raupe war nicht viel anzufangen. Moritz Schadt rollte mit einem Bürostuhl, E-Zigarette rauchend und Ukulele spielend über die Bühne und faselte so vor sich her, dass man nicht wusste, ob Alice oder die Raupe jetzt mehr drauf waren. Im Gegenzug dazu tratschte die Köchin, wunderbar als Klatschtante von Shauna Buchholz gespielt, über alles und jeden und konnte es gar nicht erwarten, Alice vollzuquatschen.
Die in der ursprünglichen Version neutral angelegten Lakaien wurden gemeinsam von Lea Szugfil und Sina Waidmann zu neuem Leben erweckt. Mit halber Aufmerksamkeit, aber dafür vollkommener Verpeiltheit den Anstaltsalltag überwachend, nutzten sie jede freie Minute, um ihrer Lieblingsbeschäftigung, Halli Galli spielen, nachzukommen. Die slapstickartige Komik füllten beide so gut aus, dass beide am Ende enorm vom Publikum gefeiert wurden.

Gegen Ende des Stücks stellte sich Alice dann dem tyrannisierenden Nachtpersonal. Monika Brucker verkörperte die Herzkönigin in einer faszinierenden Arroganz, Strenge und Spitzigkeit, sodass selbst der Herzbube, mit einer starken und gnadenlosen Gehässigkeit von Carl Postelmann gespielt, vor ihren Augen zum Schoßhund wurde. Das Schachspiel gegen die Herzkönigin, welches durch eine Live-Filmprojektion ergänzt wurde, verlor Alice zwar, spornte ihren Aufstand jedoch nur noch mehr an.

Alice im Anderland - Schachspiel mit Filmprojektion

Alice im Anderland – Schachspiel mit Filmprojektion

Sie brachte die anderen Insassen dazu, sich mit ihr zu erheben, was jedoch aufgrund eines nicht durchdachten Vorgehens und des anschließenden Aufgebens aller das Leben des Kaninchens kostete.
In der letzten Szene sah man Alice wieder vor ihrem Bild stehen, nun mit allen Figuren aus der Anstalt bemalt. Nach einer kurzen, aber heftigen Auseinandersetzung mit den beiden Grinsekatzen, die bis zum Ende zu ihr gehalten hatten, sie dann aber auch verließen, leerte Alice eine Tube mit roter Leuchtfarbe auf ihre Hände. Mit den Worten „Sie haben es alle verdient“ schmierte sie die Farbe quer über das Bild, betrachtete ihr Werk kurz und wandte sich dann nach vorne zum Publikum. Mit einem weiteren „Sie haben es alle verdient“ ging das Licht aus und der Vorhang zu.

Mit Alice im Anderland hat die studentische Theatergruppe der PH Ludwigsburg eine weitere erfolgreiche Inszenierung auf die Bühne gebracht. Diese wurde vom Publikum mit einem tosenden Applaus sowie deutlichen Einzelapplaus für alle Figuren honoriert. Trotz der Spieldauer von zweieinhalb Stunden erhielt das Hochschultheater in anschließenden Gesprächen durchweg positives Feedback und enormes Lob. Es bleibt abzuwarten, mit welchem Stück die Theatergruppe im Wintersemester 17/18 durchstarten wird.“

Das Stück “ Alice im Anderland “ von unserem Autor Stefan Altherr ist erschienen im Theaterverlag theaterboerse:

https://www.theaterboerse.de/verlag/theaterstuecke/genre-absurdes-theater-philosophische-religioese-themen/637-alice-im-anderland.html

 

 

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