Mai
20

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Kommentar

Theater und Corona – „Das Phänomen“ dreht den Spieß um

Stellt euch vor, es wäre genau andersrum…
Eine neue Seuche überkommt die Welt. Sie bedroht jeden, der keine Nähe zu anderen Menschen hat. Abstand halten ist tödlich! Als die Todeszahlen weltweit dramatisch ansteigen, erlassen die Regierungen der Welt sogenannte „contact.up“-Verordnungen, mittels derer die Menschen zu Nähe und Berührungen verpflichtet werden. Sie dürfen sich nur noch in Gruppen bewegen und sind angehalten, sich möglichst häufig gegenseitig zu berühren. Alleine sein wird zur Lebensgefahr. Auch wirtschaftlich kommt es gravierenden Umbrüchen: Viele Internet-Plattformen, Online-Händler und Partnerbörsen stehen vor dem Aus. Die Innenstädte blühen hingegen auf. Der Einzelhandel boomt und die Kultur- und Veranstaltungsbranche gehört zu den Gewinnern dieser Pandemie. Doch die verordnete neu gewonnene Nähe zwischen den Menschen hat auch ihre Schattenseiten und man sucht fieberhaft nach einem Mittel gegen dieses merkwürdige „Phänomen“…
Dies ist das Szenario, das unser Autor Volker Zill in seinem neuesten Werk entwirft. „Das Phänomen – Abstand ist tödlich“ ist jedoch kein Theaterstück im engeren Sinne, vielmehr ist es eine Aneinanderreihung von fiktiven Nachrichten, die das Pandemiegeschehen vom Ausbruch bis zu ihrem Ende dokumentarisch nachzeichnet.
Natürlich ist diese Seuchen-Chronologie inspiriert von der derzeitigen Corona-Pandemie. „Ich habe mir irgendwann mal die Frage gestellt: Wie wäre es eigentlich, wenn es genau umgekehrt wäre? Wenn wir nicht auf Distanz zu unseren Mitmenschen gehen müssten, sondern, wenn wir gezwungen wären, die Abstände aufzulösen, in die Nähe zu gehen – und zwar permanent. Dieses Gedankenexperiment hat mich ungemein gereizt und ich fing an, mir das vorzustellen. Und so entstand nach und nach ein Szenario, das das genaue Gegenteil zu unserer Situation mit Corona darstellt.“, erklärt Volker Zill.
Vielleicht ist das ja genau das richtige Format in diesen Zeiten, in denen – trotz Licht am Ende des Tunnels – noch immer Kontaktbeschränkungen und Mindestabstand unseren Alltag und auch das Theatergeschehen prägen. Der Text ist ideal geeignet für eine Lesung oder auch eine szenische Lesung. Das Stück, das für ein Publikum ab 14 Jahren geeignet ist,  dauert ca. 80 Minuten, ausgelegt ist es für vier Sprecher*innen, wobei die Zahl der Akteur*innen sehr flexibel gehandhabt werden kann.
Hier geht es direkt zum Stück und allen weiteren Informationen: Das Phänomen – Abstand ist tödlich
#jugendtheater #schultheater #lesung #corona #pandemie #gesellschaft
Mai
17

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Kommentar

Neu: „Karla im Koma“ von Volker Zill als Schauspiel oder als Hörspiel erhältlich

Karla ist 16 – und liegt im Koma. Was ist passiert? Um das zu verstehen, müssen wir zurück in Karlas Kindheit gehen. Und dahin führt sie uns selbst – als Erzählerin ihres eigenen Lebens. Sie gewährt uns Einblick in ihre unbeschwerte Kindheit, die jedoch nach und nach Risse bekommt. Wir werden Zeuginnen und Zeugen von wachsenden Problemen Zuhause, mit ihren Eltern, in der Schule und in ihrer Freizeit. Da passieren Dinge in ihrem Umfeld, die aus einem lebenslustigen Mädchen eine vom Schicksal zunehmend gezeichnete und verunsicherte Jugendliche machen. Eine Jugendliche, die ihren Halt verliert und schließlich keinen anderen Ausweg mehr sieht, als aus diesem Leben zu scheiden. Wird sie diesen Weg zu Ende gehen oder gibt es doch noch einen Weg zurück ins Leben?
Ein Schauspiel über und für Jugendliche, das sich dem heiklen Thema Suizid nähert. Und das aufzeigt, dass auch nach hoffnungslosen und dunklen Zeiten das Leben wieder lebenswert sein kann. Trotz des ernsthaften Themas ist „Karla im Koma“ nicht nur ein sehr bewegendes, sondern in weiten Teilen auch ein äußerst unterhaltsames Bühnenwerk für Jugendliche und Erwachsene.

Die Besonderheit bei diesem Stück ist, dass es bei der theaterboerse auch in einer Hörspielfassung erschienen ist. „Das ist auch eine sehr gute Option, falls aufgrund der Corona-Maßnahmen geplante Aufführungen nicht stattfinden können. Dann kann man auf die Hörspielfassung wechseln, sodass die ganze Arbeit nicht umsonst war. So kann man das Projekt dann zwar nicht auf der Bühne aber mit einem tollen Hörspielergebnis abschließen“, erklärt Autor Volker Zill.

Entstanden ist das Stück im Rahmen eines Jugendtheaterprojektes. Hier sind im vergangenen Jahr in zahlreichen Improvisationen die Figuren und die Handlung des Stückes entwickelt worden. Nach einer längeren Winterpause laufen die Proben mit dieser Jugendtheatergruppe (Jugendtheatergruppe des Jugendcafé Bad Soden) – trotz Corona – zunächst online und seit Ostern nun wieder „richtig“ – immer nach einem durchgeführten Schnelltest gemeinsam draußen in einem Park. Und dort sollen dann auch im kommenden Juli zwei Freilicht-Aufführungen stattfinden, sofern es das Pandemiegeschehen erlaubt.

Wir drücken die Daumen!

 

Hier geht es zum Theaterstück: Karla im Koma als Schauspiel

Und hier zur Hörspielfassung: Karla im Koma als Hörspiel

 

 

 

#jugendtheater #jugendtheaterstück #schauspiel #hörspiel #jugendthemen

Mai
11

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Kommentar

Autorenporträt: Benedict Friederich

Benedict Friederich, geboren 1998 in Würzburg, wohnt seit September 2018 in Regensburg und studiert dort Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst Bayern.

Vor seinem Studium war er an mehreren Produktionen in der Theaterwerkstatt Würzburg als Schauspieler beteiligt und begleitete zwei Jahre lang die Unter-/ Mittelstufentheatergruppe seiner ehemaligen Schule, dem Gymnasium Veitshöchheim, als Regieassistenz. In dieser Zeit wurde auch sein erstes Schultheaterstück „Kriminelle unter sich“ uraufgeführt, das seitdem in der „theaterboerse“ vertreten ist.

Er schreibt neben Theaterstücken auch Kurzgeschichten, von denen einige in Anthologien und Literaturmagazinen veröffentlicht wurden. 2019 wurde er für den Ralf-Bender-Preis für Krimikurzgeschichten nominiert und 2022 wird sein erstes langes literarisches Projekt, ein Jugendthriller, im Spielberg-Verlag erscheinen.
Friederich setzt sich in seinen Werken mit verschiedenen zwischenmenschlichen Themen und unterschiedlichen Genres auseinander, in erster Linie möchte er aber einfach Geschichten erzählen:
„Oft wird bei einem Theaterstück nach der Deutung gefragt, aber im Vordergrund steht für mich immer das Erzählen. Jede Geschichte wird von allen individuell aufgefasst und hat für unterschiedliche Menschen auch völlig unterschiedliche Bedeutungen. Das fasziniert mich.
Bei einer Inszenierung ist das finde ich gut zu beobachten.  Die Autorin oder der Autor erzählt eine Geschichte, die Regie macht ihre eigene daraus, die Schauspieler:innen haben auch jeweils eine ganz besondere Geschichte ihrer Rolle im Kopf … und dann kommt die Wirkung auf das Publikum hinzu. Wenn ich im Theater sitze, nehme ich die Geschichte, die erzählt wird, anders wahr als die Leute, die neben mir sitzen. Jede:r hat eine eigene Vorstellungskraft, eigene Erfahrungen, mit denen das Gesehene verglichen wird. Und jede:n wird der Theaterabend anders berühren. Das ist für mich Magie, auch wenn der Vergleich ein bisschen abgedroschen ist.“

( Foto: Meaghan Gunn)

 

Im Theaterverlag theaterboerse sind bisher seine Stücke Kriminelle unter sich und Gartenschau oder Alle außer Ebers erschienen.

 

 

 

 

 

#autor #autorenporträt #bühnenautor #jugendtheater #erwachsenentheater

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