Beerdigungen sind eigentlich ein trauriger Anlass. In der Komödie «E mörderischi Beärdigung», aufgeführt von der Liebhabertheater-Gesellschaft im Stadttheater Solothurn, fliessen jedoch Tränen des Lachens. Die Dialektfassung des Stücks Eine Mordsbeerdigung von Stefan Altherr überzeugt mit treffsicheren Pointen und einer lebendigen Inszenierung, die das Publikum von Anfang an mitreisst.
Schon das Bühnenbild setzt den schrägen Ton: Ein Raum mit grellen Farben, dunklem Mobiliar und einer Truhe im Hintergrund, auf der eigentlich der Sarg stehen sollte – der allerdings zunächst auf sich warten lässt. Statt Ruhe und Andacht brechen familiäre Spannungen auf: alte Geheimnisse kommen ans Licht, Rechnungen bleiben unbezahlt und bald wird sogar ein Mordkomplott geschmiedet. Bei der Familie Müller herrscht Chaos statt Trauer.
Im Zentrum steht eine tyrannische Witwe, die ihre drei Töchter gegeneinander ausspielt und keine Gelegenheit auslässt, sie zu demütigen. Auch Nebenfiguren wie der dubiose Bestatter, falsch gelieferte Leichen und ein ausfallender Pfarrer treiben die Handlung immer weiter ins Absurde. Für zusätzlichen Wirbel sorgt eine kurzfristig organisierte Rednerin, die eigentlich auf eine Hochzeitsrede vorbereitet ist – und diese kurzerhand in eine Trauerrede umfunktioniert.
«E mörderischi Beärdigung» ist eine temporeiche Komödie voller überraschender Wendungen, schwarzem Humor und liebevoll überzeichneter Figuren. Der lang anhaltende Applaus zeigt: Das Publikum hatte sichtlich Vergnügen.
Die nächsten Aufführungen finden am 31. Januar und 1. Februar 2026 (Derniere) statt. Unter folgendem Link gibt es noch einige wenige Karten:
https://www.tobs.ch/spielplan/detail/e-moerderischi-beaerdigung
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Manfred Filsinger, Autor von Völlig von der Rolle berichtet uns heute über sich und über die Entstehung seines Theaterstücks:
„Ich bin seit über 30 Jahren als Theaterpädagoge und Amateurtheaterregisseur aktiv und habe in dieser Zeit zahlreiche Theatertexte geschrieben und aufgeführt. Besonders produktiv ist für mich stets die Arbeit mit Oberstufenschüler*innen in der Theater-AG gewesen – seit 2019 nun im Ratsgymnasium Peine. Neben dem Fach Darstellendes Spiel unterrichte ich auch Englisch. Im Hauptberuf leite ich die Schule.
Mir macht es viel Spaß gemeinsam mit Schüler*innen Ideen für Theaterproduktionen zu entwickeln, die spannende Figuren und aktuelle gesellschaftliche Themen enthalten, aber das Publikum auch zum Lachen bringen. Bei dem aktuellen Stück „Völlig von der Rolle“ ließ ich mich zunächst von der Beobachtung inspirieren, dass jüngere Männer in unserer Gesellschaft zunehmend Probleme damit haben, ihre männliche Identität zu finden und auszuleben. Dabei ist die Suche nach der „richtigen“ Männlichkeit mitunter unfreiwillig komisch oder lächerlich. An dieser Schraube wollte ich in dem Stück gern kräftig weiterdrehen…
Gleichzeitig ist die moderne Gesellschaft immer noch deutlich patriarchalisch geprägt. Die männliche Dominanz wird durch ein Narrativ legitimiert, das zunehmend eher lauter als leiser vertreten wird. Diesen Dogmatismus wollte ich verballhornen, indem ich eine matriarchalisch geprägte Gesellschaft auf der Bühne darstelle, in der sich „typische“ Frauen ähnlich egoistisch und machtverliebt verhalten wie „typische“ Männer in unserer Gesellschaft.
Am Ende des Stücks soll deutlich werden, dass Rollenzwänge und gesellschaftlich organisierte Intoleranz den Menschen viel unnötigen Stress bereiten – egal, ob Männern, Frauen oder queeren Menschen. Es lebe die Freiheit des Individuums!“
#autor #autorenporträt #bühnenautor #theaterstück #theatertext #
Die theaterboerse wünscht allen ein frohes neues Jahr und wir starten auch gleich mit einem ganz frisch bei uns veröffentlichten Theaterstück:
Völlig von der Rolle von Manfred Filsinger, den wir hiermit herzlich als neuen Autor in unserem Verlag begrüßen:
Das Patriarchat ist überwunden und Männer und Frauen leben in einer Welt ohne Krieg und häusliche Gewalt. Die Gesellschaft wird durch den gemeinsamen Glauben an die matriarchalische Lehre der Urgöttin Gaia zusammengehalten. An der Oberfläche hat alles seine Richtigkeit – und dennoch gibt es Unzufriedenheit und Widersprüche in der Gesellschaft. Männer fühlen sich vom Feminismus benachteiligt und suchen, teils hilflos und meistens unfreiwillig komisch, nach einer männlichen Identität. Beide Geschlechter leiden unter neuen Rollenzwängen in der streng binär ausgerichteten Welt Gaias.
Es darf gelacht werden!
Seid gespannt auf den nächsten Magazinbeitrag. In diesem wird uns der Autor über die Hintergründe und über die Entstehung des Stücks berichten!
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