Autorenporträt: Manfred Filsinger

Manfred Filsinger, Autor von Völlig von der Rolle berichtet uns heute über sich und über die Entstehung seines Theaterstücks:
„Ich bin seit über 30 Jahren als Theaterpädagoge und Amateurtheaterregisseur aktiv und habe in dieser Zeit zahlreiche Theatertexte geschrieben und aufgeführt. Besonders produktiv ist für mich stets die Arbeit mit Oberstufenschüler*innen in der Theater-AG gewesen – seit 2019 nun im Ratsgymnasium Peine. Neben dem Fach Darstellendes Spiel unterrichte ich auch Englisch. Im Hauptberuf leite ich die Schule.
Mir macht es viel Spaß gemeinsam mit Schüler*innen Ideen für Theaterproduktionen zu entwickeln, die spannende Figuren und aktuelle gesellschaftliche Themen enthalten, aber das Publikum auch zum Lachen bringen. Bei dem aktuellen Stück „Völlig von der Rolle“ ließ ich mich zunächst von der Beobachtung inspirieren, dass jüngere Männer in unserer Gesellschaft zunehmend Probleme damit haben, ihre männliche Identität zu finden und auszuleben. Dabei ist die Suche nach der „richtigen“ Männlichkeit mitunter unfreiwillig komisch oder lächerlich. An dieser Schraube wollte ich in dem Stück gern kräftig weiterdrehen…
Gleichzeitig ist die moderne Gesellschaft immer noch deutlich patriarchalisch geprägt. Die männliche Dominanz wird durch ein Narrativ legitimiert, das zunehmend eher lauter als leiser vertreten wird. Diesen Dogmatismus wollte ich verballhornen, indem ich eine matriarchalisch geprägte Gesellschaft auf der Bühne darstelle, in der sich „typische“ Frauen ähnlich egoistisch und machtverliebt verhalten wie „typische“ Männer in unserer Gesellschaft.
Am Ende des Stücks soll deutlich werden, dass Rollenzwänge und gesellschaftlich organisierte Intoleranz den Menschen viel unnötigen Stress bereiten – egal, ob Männern, Frauen oder queeren Menschen. Es lebe die Freiheit des Individuums!“
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