Autorinnenporträt: Genia Gütter

Mein Name ist Genia Gütter. Ich bin von Beruf Lehrerin für Darstellendes Spiel, Kunst, Deutsch und Arbeitslehre. Die Leidenschaft zum Theater habe ich von meiner Mutter geerbt, die selbst im Schultheater aktiv war und eine große Leidenschaft für Lyrik hatte, sowie von meinem Cousin, den es ebenfalls ans Theater verschlagen hatte. So wurde ich schon recht früh geprägt und habe auch jede schulische, später studentische Chance genutzt, Theater zu spielen. Es hat einfach immer Spaß gemacht.
Mit der Ausbildung zur Lehrerin vollzog sich dann ein wenig der Wechsel von der Darstellerin hin zur Regisseurin und Theaterpädagogin, was mir eine völlig neue Sicht auf das Theater erschloss. Im Schuldienst konnte ich meine Begeisterung dann fast 30 Jahre zusammen mit vielen, vielen Schülergruppen ausleben. Dabei habe ich gefahren dürfen, wie bereichernd das Schultheater für Schüler*innen ist, wie sie ihre Kreativität und Talente entdecken und über sich herauswachsen können, wie sie als Gruppe gemeinsam an einem Projekt arbeiten und wie aus einer zufällig zusammengestellten Gruppe plötzlich eine Gemeinschaft wird. So etwas zu erleben, gehört zu den Sternstunden des Lehrerdaseins.
Auch im Amateurtheaterbereich bin ich inzwischen schon seit fast 20 Jahren als Regisseurin, künstlerische Leiterin und hin und wieder auch gerne als Schauspielerin tätig. Hier fasziniert mich besonders, wie Menschen mit so unterschiedlichen Lebensentwürfen, von jung bis alt, aus allen möglichen Berufen und den verschiedensten sozialen und kulturellen Hintergründen teilweise mit größter Kraftanstrengung neben den Anforderungen des Alltags gemeinsam wunderbares Theater entstehen lassen. Ich empfinde es immer wieder als Privileg, Teil solcher Projekte zu sein.
Im Rahmen all dieser Aktivitäten habe ich so meine zweite Leidenschaft entdeckt, nämlich die für das Schreiben. Tja, und wenn diese beiden Leidenschaften zusammenkommen, dann kommt meist ein Theaterstück dabei heraus. So war es zum Beispiel mit What’s New, Jesus?.
„What’s New, Jesus?“ setzt sich mit dem Menschen Jesus auseinander und zeigt ihn nahbar und jugendlich, sodass eben auch Jugendliche einen Zugang zu dieser historischen Figur finden können. Anhand wichtiger Stationen aus dessen Leben, an das Neue Testament angelehnt und strukturiert durch Zitate aus demselben, steht dabei vor allem die Humanität und Wahrhaftigkeit als Grundlage menschlichen Handelns im Vordergrund. Dabei soll das Stück aber auch Lebensfreude, aber auch tragische Momente des Daseins nicht aussparen. Einen solchen Zugang wollte ich Jugendlichen ermöglichen und es war spannend zu sehen, dass bei dieser Produktion trotz der christlichen Thematik die religiösen Bekenntnisse der einzelnen Darsteller*innen keine Rolle spielten und alle das Stück mit gleicher Begeisterung trugen.
Dieses Stück wurde an der Westerwaldschule mit Schüler*innen der Klasse 10 uraufgeführt und erfuhr weitere Aufführungen in der katholischen Gemeinde Elz, wo unser Theaterverein es mit einer aus Jugendlichen und Erwachsenen gemischten Gruppe im sakralen Raum der Gemeindekirche aufführen konnte, was für Zuschauer wie für Darsteller eine ganz besondere Erfahrung darstellte.
Was bleibt noch zu erzählen? Eigentlich nur, dass ich mich auf jedes weitere Stück und jede weitere Inszenierungs- und Stückeidee freue, und dass ich in so ziemlich jeden Raum hineinschnuppern muss, wo eine Bühne steht.

 

 

 

 

 

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